Wie können Wiederaufbaumaßnahmen nach Naturkatastrophen gleichzeitig den
gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und soziale Inklusion fördern?
Die Zusammenarbeit zwischen grow e.V. und LEPAM begann 2024 mit einem Erasmus+-Studienbesuch auf Mayotte. Im Mittelpunkt standen der Austausch über soziale Inklusion, Migration und lokale Jugendarbeit.
Im Dezember 2024 traf der verheerende Zyklon Chido auf die Insel und verursachte massive
Schäden an Wohnhäusern, Schulen, Infrastruktur und landwirtschaftlichen Flächen. Für viele
Menschen veränderte sich der Alltag grundlegend.
Aus dieser Situation entstand die Idee, ein gemeinsames Projekt zu entwickeln, das den
Wiederaufbau mit sozialer Teilhabe verbindet: Die Erasmus+ Jugend-Kleinpartnerschaft
„From Crisis to Community“.
Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der gegenseitige Wissenstransfer. LEPAM
bringt die Erfahrungen und Herausforderungen vor Ort ein, während grow e.V. die Erkentnisse aus der Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 einbringt.
Im Rahmen einer Studie untersuchte grow e.V., wie der Wiederaufbau im Ahrtal
umgesetzt wurde und welche Rolle soziale Inklusion dabei spielte.
Im Februar 2026 besuchten Vertreterinnen und Vertreter von LEPAM Solingen zum gemeinsamen Kick-off-Meeting. Im April 2026 reiste grow e.V. nach Mayotte, um die Ergebnisse der Ahrtal-Studie mit den Menschen vor Ort zu teilen und gemeinsam die ersten praktischen Projektaktivitäten zu starten.
Das Projekt konzentriert sich auf drei Handlungsfelder, die den Wiederaufbau voranbringen und gleichzeitig die Gemeinschaft stärken sollen.
Beach Clean-ups zur Reinigung betroffener Küstenabschnitte und zur Stärkung des Umweltbewusstseins.
Unterstützung bei der Wiederherstellung von Schulen und gemeinschaftlich genutzten Räumen.
Wiederherstellung landwirtschaftlicher Flächen, um lokale Strukturen und Lebensgrundlagen zu stärken.
Ein zentraler Ansatz ist die aktive Beteiligung von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte an der Planung und Umsetzung der Maßnahmen. So entstehen nicht nur praktische Verbesserungen, sondern auch Begegnungen, neue Fähigkeiten und gemeinsame Verantwortung.
Die Erfahrungen aus Deutschland und Mayotte werden in einem dreisprachigen Booklet
zusammengeführt. Es soll praktische Ideen und Beispiele dafür vermitteln, wie Wiederaufbau nach
Naturkatastrophen mit sozialer Inklusion verbunden werden kann.
Das Booklet wird mit Organisationen in Solingen und auf Mayotte geteilt, damit die
gewonnenen Erkenntnisse auch in zukünftige Projekte einfließen können.
Im Januar 2027 ist ein weiterer Besuch von LEPAM in Solingen geplant. Dabei sollen die bisherigen Ergebnisse ausgewertet und neue Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit
entwickelt werden.
Angesichts des Klimawandels und zunehmender extremer Wetterereignisse gewinnt die Frage nach einem nachhaltigen und gesellschaftlich inklusiven Wiederaufbau immer mehr an Bedeutung. Mit „From Crisis to Community“ möchten grow e.V. und LEPAM zeigen, dass Wiederaufbau mehr sein kann als die Beseitigung von Schäden: Er kann Gemeinschaften stärken, Teilhabe ermöglichen und neue Perspektiven schaffen.
Das Projekt wird im Rahmen von Erasmus+ gefördert.